Von Drohungen und Todeslisten: Offenbar kommt es darauf an, wen es trifft…

Aufregung in Gelsenkirchen: Nein, die Ruhrmetropole hat es nicht wieder erneut geschafft, einen Negativrekord anzuführen. Nein, es handelt sich um eine angebliche Drohung gegen den Oberbürgermeister Baranowski. Im Vorfeld einer Demo „gegen Rechts“ hatte Gelsenkirchens oberster Genosse eine „Droh“-E-Mail erhalten. Die WAZ berichtet ganz aufgeregt: „Übers Wochenende hin wurde die Droh-E-Mail polizeilich untersucht. Jetzt gibt es das Ergebnis: Der Inhalt ist laut Polizeisprecher Torsten Sziesze strafrechtlich nicht relevant. Oberbürgermeister Frank Baranowski hatte am Donnerstag folgende Botschaft erhalten: „Frank Baranowski wir sehen uns am 30.04.19 Laut gegen Rechts!“ Die Nachricht war anonym verfasst; sichtbar war nur die Adresse, von der aus die Mail gesendet wurde.“ Es ist also nichts Strafbares passiert, fragt sich der geneigte Leser? Aber was rechtfertigt den Trubel?

„Ja, genau das ist hier die Frage. Eine vielleicht tatsächlich als nicht wirklich nett zu wertende E-Mail beschäftigt Polizei, Verwaltung, Oberbürgermeister und auch noch die Presse. Und es war nicht einmal eine beleidigende Äußerung. Und trotzdem wird darüber so viel Trubel gemacht“, fragt sich Kevin Hauer. Der Vorsitzende der Fraktion Allianz für Gelsenkirchen (FAG) muß darüber lachen, wenn es heißt, eine solche E-Mail ein ungutes Gefühl auslöst: „Im Gegensatz zu Herrn Baranowski stand ich an prominenter Stelle auf einer salafistischen Todesliste, hatte Polizeischutz und mußte ernsthaft damit rechnen, daß ich umgebracht werde. Bei einem anderen auf der Liste konnten die Täter noch in der letzten Sekunde dingfest gemacht werden. Das würde ich wahrlich ein ungutes Gefühl nennen. Aber das ganze zeigt, wie dünnhäutiig der Oberbürgermeister ist“, worauf das Ratsmitglied auch auf die Art und Weise anspielt, wie der Obergenosse der Gelsenkirchener SPD Ratssitzungen abhält. „Da kann er auch nicht einstecken, obwohl er gerne verbal austeilt. Aber das bin ich gewohnt, dann muß man eben juristisch gegen Ordnungsrufe vorgehen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende versprechend.

Grund der aktuellen E-Mail war offenbar die Übernahme der Schirmherrschaft von OB Baranowski über ein Punkkonzert, das heute Abend, Dienstag, 30. April, auf dem Neumarkt mitten in der Gelsenkirchener Innenstadt stattfindet, natürlich unter dem innovativen Motto „Laut gegen Rechts“. Über 20 Organisationen wollen Flagge zeigen; drei Punkbands spielen zwischen bis 22 Uhr schräge Musik. REL-Moderator Lennard Hemme leitet durch den Abend. „Ich lehne Drohungen natürlich entschieden ab. Ich kann aber verstehen, wenn sich hier Unmut über die Schirmherrschaft Baranowskis Bahn bricht. Immerhin wird die Veranstaltung von den Falken organisiert – und die wiederum sind auch mit zahlreichen Linksextremisten verzahnt. Da fragt man sich, warum der antitotalitäre Grundsatz eines jeden aufrechten Demokraten vom Bürgermeister aufgegeben wird, ist er denn nicht gegen Extremismus jeglicher Couleur?“

Die Falken nennen sich nämlich nach wie vor „Sozialistische Jugend Deutschlands“. Die Fraktion Allianz für Gelsenkirchen kritisiert, daß der Oberbürgermeister mit seiner Schirmherrschaft indirekt die weit über 100 Millionen Tote vergißt, die Systeme, die sich als sozialistisch bezeichneten, auf ihrem Konto haben. „Es ist ein Unding, daß der Herr Oberbürgermeister hier Schützenhilfe für Gesinnungsfreunde von Mordbrennern an den Tag legt. Weder Presse noch Verfassungsschutz scheint das zu interessieren, aber kein Wunder, es geht ja gegen Rechts – oder gegen alles, was als Rechts verstanden wird“, bilanziert Kevin Hauer kopfschüttelnd und schließt mit der Hoffnung: „Hoffentlich bekommt der Oberbürgermeister dafür am kommenden Wahltag die Quittung!“

FAG_ADMIN am 30. April 2019

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